• bei Bluthochdruck (Spezialprogramm)
  • bei Inkontinenz (Spezialprogramm)
  • als Atemtraining
  • zur Stressbewältigung
  • bei Angst, Prüfungsangst
  • bei Schlafstörungen
  • bei Tinnitus
  • bei chronischen Schmerzen, vor allem im Kopf-, Schulter- und Nackenbereich
  • bei Migräne
  • bei Morbus Raynaud
  • bei Reizdarmsyndrom
  • bei Angst und Panik
  • bei ADHS
  • zur Steigerung der Aufmerksamkeit und Konzentration
  • bei Lernschwierigkeiten
  • zur Leistungssteigerung
  • zur Operationsvorbereitung
  • zur Regeneration und Entspannung
  • zur Prävention von Burnout
  • bei psychosomatischen Beschwerden…

Die Auswahl des Feed-back Signals richtet sich nach dem Beschwerdebild, der therapeutischen Zielsetzung und nach physischen Reaktionsbesonderheiten. Neurofeedback - Elektroencephalogramm und Hämoencephalographie könnten es sein, aber auch eine HRV-Messung erweitert um eine Atemmessung und/oder der Messung der Elektrodermalen Aktivität. Bei großen muskulären Verspannungen bietet sich auch eine Muskeltonus-Messung (EMG) an.

Allein in der Variation der Herzschlagfolge liegt sehr viel Information. Die Regelung all unserer Vitalfunktionen, wie Atmung, Verdauung, Herz- Kreislauffunktionen, Stoffwechsel, Wärme-, Wasser- und Energiehaushalt, Fortpflanzung und vieles mehr übernimmt das vegetative Nervensystem. Dafür braucht es zwei Gegenspieler, Sympathikus und Parasympathikus. Im Einzelnen wirkt das sympathische Nervensystem erregend auf die glatte Muskulatur der Gefäße, des Darmschließers, der Pupillen und hemmend auf die glatte Muskulatur der Ausscheidungsorgane, der Luftröhre und der Eingeweide. Die Effekte des Parasympathikus wirken dem Sympathikus weitgehend entgegen (antagonistisch). Die Wirkung der beiden Teilsysteme auf die einzelnen vegetativen Organe ist funktionell mehr ein miteinander als ein gegeneinander Arbeiten. Jeder Phase der Anspannung sollte wieder eine Phase der Entspannung folgen. Unter dem Einfluss des Parasympathikus kommt es zu einem Absinken der Herzrate und zu einer Zunahme der Herzratenvariabilität (HRV). Die HRV ist die Fähigkeit des Herzens den zeitlichen Abstand von einem Herzschlag zum nächsten laufend abhängig von den Belastungen zu verändern und flexibel den ständigen Herausforderungen anzupassen. Wird ein gesundes Maß an Belastungen und Herausforderungen überschritten, z.B. infolge anhaltender Stressphasen oder überdauernder Angst, dann verschiebt sich die Balance zwischen Sympathikus-Parasympathikus, in Richtung Sympathikus: Die parasympathische Aktivität und damit die Fähigkeit zur Regeneration nehmen deutlich ab. Unter dem Einfluss des Sympathikus mit seiner aktivierenden Wirkung - fight or flight - kommt es zu Schlafstörungen, die Muskelspannung wird erhöht, Fett- und Zuckerreserven werden angezapft, die Blutgerinnung nimmt zu, Verdauung und Immunabwehr werden gehemmt, das Herz schlägt schneller, es steigt die Pulsrate, die Varianz der Herzschlagfolge wird immer geringer und das Herz wird elektrisch instabiler: Es fängt mit Herzrhythmusstörungen und essentieller Hypertonie an, kann sich aber in der Folge bis zu lebensbedrohlichen Kammerflimmern ausweiten.

Viele wissenschaftliche Publikationen beschäftigen sich mit der Chronobiologie, mit der Lehre von der zeitlichen Organisation des Körpers. Die biologischen Rhythmen des Menschen rücken immer mehr in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses. Der Körper, ob gesund oder krank, unterliegt biologischen, zeitlich abgestimmten Rhythmen: Was immer sich in ihm abspielt, es ist wie in einem großen Orchester, viele einzelne Instrumente schaffen einen harmonischen Klangkörper. Ordnet man die große Zahl der biologischen Rhythmen nach ihrer Periodendauer, so ergibt sich ein breites Spektrum: Es reicht von den Millisekunden der Nervenimpulse über die Herzfrequenz, die 90-minütigen Schlafphasen, den Schlaf-Wachrhythmus, wobei der Körper bedingt durch das Licht zirkadian im Tagesrhythmus schwingt, bis hin zum monatlichen Zyklus der Frau, um nur ein paar aufzuzählen.

Der gesunde menschliche Organismus ist in die kosmischen Rhythmen (z.B. Tagesablauf, Jahresfortgang) eingeordnet, doch Krankheiten und eine immer stressigere Lebensweise stören diese Synchronisation. Das Leben gerät aus dem Takt.

Chronobiologische Rhythmen können mit speziellen Herzratenvariabilitätsmessungen gut abgebildet werden. Somit werden Überlastungsreaktionen des Körpers frühzeitig sichtbar. Bei den Messungen zeigt sich: Je stärker und variabler die Messungen, desto gesünder und dynamischer der Mensch. Es ist schon so, dass Rhythmus Kraft spart - und das kommt wiederum der Erholung zu Gute. Umgekehrt sieht man, dass die Schwingungsfähigkeit des Herzens bei kranken Menschen deutlich abnimmt. Bluthochdruck, Alkoholabhängigkeit, Tabakkonsum, langanhaltende Stressphasen - um nur ein paar wenige Faktoren zu nennen - haben einen einschränkenden Einfluss. Die Rhythmen werden immer weniger, bis sie dann vollends verstummen.


Atem-und Herzrhythmus stehen unter Ruhebedingungen in einem ganzzahligen Verhältnis, dem Puls-Atemquotienten (QPA): 4:1 - d.h. vier Pulsschläge pro Atemzyklus (Ein- und Ausatmung) bzw. 3:1 bei sehr gut trainierten Menschen mit niedrigem Ruhepuls. In der Folge sind auch Atmung und Blutdruck sowie Blutdruck und Kreislauf streng miteinander koordiniert. Im Rahmen einer Therapie kann ein HRV-Biofeedback zur Erfassung und darüber hinaus zur Förderung des Parasympathikus und damit verbunden zur Senkung des Blutdrucks genutzt werden.

Mit der Atemsteuerung kann Einfluss auf den Aktivierungsgrad des Herzens genommen werden. Gemessen wird die Atemfrequenz (Atemzyklen pro Minute): Unter Entspannungsbedingungen sind das (6)8-12 Züge pro Minute. Die Koordination von Atem- und Herzrhythmus wird auch als Kohärenz bezeichnet; somit ist das HRV-Training auch ein Kohärenztraining. Durch gezielte Atmung kann die Herzkohärenz so trainiert werden, dass Herzfrequenz, Blutdruck und Atemrhythmus am besten harmonisiert werden. Eine langsame, tiefe Zwerchfellatmung mit einer Atemfrequenz von sechs Atemzügen pro Minute unterstützt die Harmonisierung dieser Rhythmen. Stellt man sich die Herzschlagschwankungen als eine Art Kontinuum vor, so steht auf der einen Seite das Chaos auf der anderen die Kohärenz. Und nun gilt es vom Chaos zur Kohärenz zu kommen. Dafür bedarf es einer inneren Bremse - und die ist der Parasympathikus.

Inkontinenz, der unwillkürliche Abgang von Harn und Stuhl, ist für die Betroffenen sehr unangenehm und äußerst peinlich. Verantwortlich dafür ist zumeist eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur und/oder eine erhöhte Spannung der Blasenmuskulatur. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein und müssen vor einer Biofeedback-Therapie mit einem Arzt abgeklärt werden.

Vielfach haben die Betroffenen den Kontakt zum Beckenboden verloren. Den gilt es mittels eines Biofeedback-Trainings wieder zu finden. Dafür wird eine Sonde völlig schmerzfrei wie ein Tampon bzw. Zäpfchen in die Scheide bzw. Enddarm eingeführt. Auf einem Bildschirm kann das An- und Entspannen der Beckenbodenmuskulatur in Form einer Linie mitverfolgt werden. Beim Anspannen geht die Linie nach oben, beim Entspannen nach unten.

Die Biofeedback-Therapie bei Inkontinenz ist äußerst effizient und bereits in wenigen Therapiesitzungen anhaltend erlernbar.

  • Einzeltherapie / Individualtraining
  • Selbsterfahrung
  • Lehrtherapie