Die Logotherapie und Existenzanalyse wurde von Viktor Frankl begründet und gehört als die "Dritte Wiener Schule" zu den anerkannten Therapierichtungen nach dem Psychotherapiegesetz. Logotherapie leitet sich aus dem griechischen Wort "logos" ab und ist eine sinnzentriete Psychotherapie.

Frankl spricht vom "Willen zum Sinn", der jedem Menschen innewohne und als das zentrale Motivationssystem gilt. Sinn ist die Möglichkeit des Menschen zur Veränderung  der Wirklichkeit aber auch zur Veränderung seiner selbst. Kann ein Schicksalsschlag oder ein Leidenszustand nicht abgewendet werden, so gibt es immer noch die Möglichkeit die Einstellung dazu zu ändern und vielleicht an der Situation sogar zu wachsen. Die zentrale Aufgabe der Logotherapie ist es nun, den Menschen bei der Suche nach dem Sinn Beistand zu leisten. Sinn suchen, bedeutet sich gedanklich auf die Reise zu begeben, einen neuen Weg zu erkunden um aus der Krise zu kommen. Doch Sinn kann nur gefunden und niemals gegeben oder verordnet werden: Auf Rezept ist er nicht zu haben!

Das Leben ist es, das die Fragen stellt. Der Mensch ist stets der Befragte und es liegt an ihm zu antworten bzw. zu verantworten. Er ist es, der entscheidet,  was er verwirklichen und schaffen möchte. Somit können Krisen durchaus als Chance und Herausforderung verstanden werden, das eigene Leben zu gestalten. Manchmal mag es ganz schwer sein, dem Leben noch eine Sinnhaftigkeit abzuringen, es scheint, als gäbe es keinen Weg aus der Leere und Sinnlosigkeit.   Frankl spricht vom "existentiellen Vakuum", das in Zusammenhang mit einem abgründigen Sinnlosigkeitsgefühl auftritt – und in dieser Verfassung ist es schwer wieder neue Sinnmöglichkeiten zu entdecken und zu verwirklichen. Es geht darum, wieder etwas zu finden, das die innere Leere zu füllen vermag. Um es mit Nietzsche zu sagen "Wer ein WARUM zum Leben hat, erträgt fast jedes WIE". Wenn der Mensch weiß, wofür er leben und gesund sein soll, dann aktiviert er all seine gesunden Kräfte und die kranken treten in den Hintergrund. Und gerade hier ist die Logotherapie gefragt.

EMDR wurde von Dr. Francine Shapiro zur Behandlung von Traumafolgestörungen entwickelt. Ihrer Theorie zufolge strebt der Mensch eine Balance zwischen Problemen und Lösungen an.

Die Methode als Behandlungsverfahren ist inzwischen schon weltweit anerkannt. Die EMDR-Behandlung folgt bei Erwachsenen einem verbindlichen achtstufigen Standardprotokoll. Für Kinder und Jugendliche wird dieses Protokoll modifiziert. Shapiro ist durch Zufall auf diese Methode gekommen: Sie erlebte durch das Hin- und Herbewegen ihrer Augen eine deutliche Entlastung von Ängsten und depressiven Gedanken. Auch in den REM-Phasen während des Schlafes finden starke Augenbewegungen statt. Das ist die Zeit des Träumens, die Zeit der Verarbeitung des im Alltag Erlebten. Das zentrale Element dieser Methode ist die bilaterale Stimulation mittels bestimmter Augenbewegungen oder auch mittels akustischer und taktiler Reize, wie schnelles Tappen auf die Beine.

Ein Trauma trifft uns schutzlos. Die auf die betroffene Person einstürzenden Sinneserfahrungen sind dermaßen massiv, dass es zu einer Überlastung der Sinnessysteme kommt. Die Verarbeitung erfolgt dysfunktional: Die mit dem traumatischen Ereignis verbundenen Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen können nicht auf gewohnte Weise ins Gedächtnis eingebettet werden. Dadurch kann es zu tiefgreifenden und lang andauernden Auswirkungen kommen: Ängste, Schlafstörungen, Alpträume, somatoforme Störungen, Depressionen, regressives Verhalten, Störungen des Sozialverhaltens und vieles mehr können die Folge sein. Das weitere Leben steht im Schatten des Geschehenen.

Durch eine EMDR-Behandlung kommt es zu einer Neuverarbeitung des Erlebten. Salutogenetisch wichtige Impulse wie Selbstwirksamkeitserleben und das Gefühl der Handhabbarkeit der eigenen Lebenssituation sind dieser Methode immanent.

Heute findet EMDR über die Behandlung von Traumafolgestörungen eine sehr breite Anwendung, wie etwa bei Angststörungen, Selbstwertproblemen und dergleichen.

 

Setting

  • Einzelgespräche
  • Paartherapie
  • Familientherapie
  • Gruppentherapie
  • Autobiographiearbeit
  • Supervision
  • Selbsterfahrung
  • Vorträge und Seminare

 

„Im Anfang war der Sinn, und siehe der Sinn war die Tat“
Viktor Frankl